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Geschichte

WIE ALPHAVILLE 1982 IN BERLIN GEGRÜNDET WURDE

Im Jahr 1982 geschah etwas Besonderes im geteilten Berlin: Drei junge Musiker fanden zusammen und gründeten eine Band, die den Soundtrack einer ganzen Generation schreiben sollte. Marian Gold, Bernhard Lloyd und Frank Mertens - drei kreative Köpfe, vereint durch ihre Begeisterung für elektronische Musik und poetische Texte - legten den Grundstein für Alphaville, eine der einflussreichsten Synth-Pop-Bands aller Zeiten.

Die Geschichte der Bandgründung ist eng verwoben mit der einzigartigen kulturellen Atmosphäre des West-Berlin der achtziger Jahre. Eine Insel inmitten der DDR, ein Ort der Freiheit und des Experiments, wo sich Künstler aus ganz Europa trafen und eine musikalische Revolution auslösten. Dieser Artikel erzählt, wie es dazu kam, dass aus einer zufälligen Begegnung in einem Berliner Club eine Weltkarriere entstand.

BERLIN IN DEN FRÜHEN ACHTZIGERN

Die Mauerstadt als kreativer Schmelztiegel

West-Berlin Anfang der achtziger Jahre war ein Ort wie kein anderer. Die Stadt, umgeben von der Mauer und dem Eisernen Vorhang, hatte eine Sonderstellung: Junge Männer, die der Wehrpflicht entgehen wollten, strömten nach West-Berlin, denn hier galten andere Regeln. Das Ergebnis war eine ungewöhnlich hohe Konzentration junger, kreativer, nonkonformistischer Menschen auf engem Raum.

Die Musikszene Berlins war entsprechend vielfältig und experimentierfreudig. David Bowie hatte hier seine berühmte Berlin-Trilogie aufgenommen, Iggy Pop lebte in Schöneberg, und die Neue Deutsche Welle schwappte aus Düsseldorf und Hamburg herüber. In Clubs wie dem SO36 in Kreuzberg, dem Dschungel am Nürnberger Platz und dem Metropol spielten jeden Abend Bands, die den Sound der Zukunft suchten. Es war ein Umfeld, in dem Grenzen nicht respektiert, sondern überschritten wurden - musikalisch wie gesellschaftlich.

Die elektronische Revolution

Parallel zur Clubszene vollzog sich eine technologische Revolution, die die Musik für immer verändern sollte. Synthesizer wurden erschwinglicher, Drum-Machines wie die Roland TR-808 kamen auf den Markt, und plötzlich war es möglich, mit wenigen Geräten und ohne großes Studio Musik zu produzieren, die zuvor ein ganzes Orchester erfordert hätte. Für junge Musiker wie Gold, Lloyd und Mertens, die weder die Mittel noch die Absicht hatten, eine klassische Rockband zu gründen, war dies eine Befreiung.

Die Kombination aus Berlins kreativem Geist und den neuen technologischen Möglichkeiten schuf das perfekte Ökosystem für die Entstehung von Alphaville. Andere Bands wie Depeche Mode in England oder Kraftwerk in Düsseldorf bewegten sich auf ähnlichem Terrain, doch Alphaville fanden ihren ganz eigenen Weg, indem sie die Kälte der Elektronik mit der Wärme poetischer Texte verbanden.

DIE DREI GRÜNDER

Marian Gold - Der Poet

Marian Gold (geboren als Hartwig Schierbaum) kam aus Herford in Ostwestfalen nach Berlin. Er brachte eine literarische Sensibilität mit, die sich in den Texten der Band niederschlagen sollte. Gold war kein ausgebildeter Sänger, aber seine Stimme hatte eine einzigartige Qualität - verletzlich und stark zugleich -, die perfekt zu der Musik passte, die die Band entwickeln sollte. Seine Texte waren beeinflusst von Science-Fiction, deutscher Romantik und existenzieller Philosophie.

Bernhard Lloyd - Der Architekt

Bernhard Lloyd war der technische Kopf der Band. Seine Leidenschaft galt den Synthesizern und der elektronischen Klangerzeugung. Lloyd war fasziniert von den Möglichkeiten, die die neuen digitalen und analogen Synthesizer boten, und experimentierte unermüdlich mit Sounds und Produktionstechniken. Er wurde zum musikalischen Architekten von Alphaville, der die Klanglandschaften erschuf, in denen Golds Stimme zu Hause war.

Frank Mertens - Der Klangforscher

Frank Mertens ergänzte das Trio als zweiter Keyboarder und Klangforscher. Seine Beiträge zu den frühen Aufnahmen waren entscheidend für den unverwechselbaren Sound der Band. Allerdings verließ Mertens die Band bereits 1984, noch vor der Veröffentlichung des Debütalbums Forever Young. Sein Abgang war ein Verlust, doch Gold und Lloyd bewiesen, dass sie auch zu zweit weiterhin großartige Musik machen konnten.

Gründungsdaten

Gründungsjahr: 1982

Gründungsort: West-Berlin, Deutschland

Ursprünglicher Name: Forever Young

Namensgebung: Nach dem Film "Alphaville" von Jean-Luc Godard (1965)

Gründungsmitglieder: Marian Gold, Bernhard Lloyd, Frank Mertens

Erstes Label: WEA Records (Warner)

VOM PROBENKELLER ZUM PLATTENVERTRAG

Die ersten Aufnahmen

Die Band begann mit Proben in einem kleinen Keller in Berlin-Schöneberg. Mit bescheidener Ausstattung - einem Roland Jupiter-8, einem Korg MS-20, einer TR-808 Drum-Machine und einem einfachen Vierspur-Aufnahmegerät - begannen sie, ihre ersten Songs zu entwickeln. Die Arbeitsweise war kollaborativ: Lloyd programmierte die Beats und Synthesizer-Linien, Mertens fügte Klangflächen und Texturen hinzu, und Gold improvisierte dazu Gesangsmelodien und Texte.

Die frühen Demos, darunter erste Versionen von Big in Japan und Forever Young, erregten schnell Aufmerksamkeit in der Berliner Szene. Die Songs klangen anders als alles, was man bis dahin gehört hatte - sie waren elektronisch, aber nicht kalt; sie waren tanztauglich, aber auch intellektuell anspruchsvoll. Es war eine neue Art von Pop, die Kopf und Herz gleichermaßen ansprach.

Der Plattenvertrag mit WEA

Über Umwege und Empfehlungen landeten die Demos schließlich auf dem Schreibtisch eines A&R-Managers bei WEA Records (heute Warner Music). Das Label erkannte sofort das Potenzial der Band und bot einen Plattenvertrag an. Für Gold, Lloyd und Mertens ging ein Traum in Erfüllung - sie hatten die Chance, ihre Musik professionell aufzunehmen und einem größeren Publikum zugänglich zu machen.

Die Produktion des Debütalbums begann 1983, und bereits im Frühling 1984 erschien die erste Single Big in Japan, die den Rest der Welt auf Alphaville aufmerksam machen sollte. Der Aufstieg zur Synth-Pop-Legende hatte begonnen.

DAS VERMÄCHTNIS DER GRÜNDUNG

Ein perfekter Moment in der Musikgeschichte

Die Gründung von Alphaville war das Ergebnis einer einzigartigen Konstellation: die richtige Stadt, die richtige Zeit, die richtigen Menschen und die richtige Technologie. Hätte sich auch nur einer dieser Faktoren nicht ergeben, wäre die Musikgeschichte anders verlaufen. Das geteilte Berlin mit seiner kreativen Energie war der perfekte Inkubator für eine Band, die die Grenzen zwischen Kunst und Pop, zwischen Intellektualität und Zugänglichkeit verwischen wollte.

Noch heute, über vier Jahrzehnte nach der Gründung, ist der Geist von 1982 in der Musik von Alphaville spürbar. Wenn die Band am 30. Oktober 2026 im MVM Dome in Budapest auf der Bühne steht, klingt in jedem Ton die Geschichte mit - die Geschichte einer Band, die in einem Berliner Keller begann und die Welt eroberte.

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HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN

Alphaville wurde 1982 in West-Berlin gegründet. Die Gründungsmitglieder waren Marian Gold (Gesang), Bernhard Lloyd (Keyboards) und Frank Mertens (Keyboards).
Der Name stammt vom Science-Fiction-Film 'Alphaville' von Jean-Luc Godard aus dem Jahr 1965. Ursprünglich hieß die Band 'Forever Young', was später ihr berühmtester Songtitel wurde.
Alphaville wurde in West-Berlin gegründet, genauer in der Schöneberger Musikszene. Die Band probte in einem Keller und war Teil der lebendigen New-Wave- und Synth-Pop-Szene der geteilten Stadt.
Frank Mertens verließ die Band bereits 1984, kurz nach der Veröffentlichung der ersten Single Big in Japan. Er wurde durch Ricky Echolette ersetzt.

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